Das passende Tresorschloss

Beim Kauf eines Tresors ist das passende Tresorschloss mindestens genauso wichtig, wie die Wahl des richtigen Tresors. Tresorschlösser lassen sich unterschiedlich systematisieren. Zum einen kann man nach der Verschlussart „geistig“ und „materiell“ unterscheiden und zum anderen nach „mechanisch“ oder „elektronisch“. Der geistige Verschluss bedeutet, dass Sie sich einfach etwas merken müssen, bspw. eine PIN oder Zahlenkombination. Materiell bedeutet, dass Sie etwas besitzen müssen, um den Tresor zu öffnen, bspw. einen Schlüssel oder ein biometrisches Merkmal (Fingerabdruck). Neben diesen beiden Verschlussarten gibt es noch den organisatorischen Verschluss, auf den hier jedoch nicht weiter eingegangen wird. Welcher Verschluss für welchen Zweck am ehesten geeignet ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

Tresorschloss mit Zahlenkombination (ZKS)

Der gängigste geistige Verschluss ist das Zahlenschloss. Es gibt mechanische und elektronische Zahlenschlösser. Mechanische ZKS sind in den USA weiter verbreitet als in Europa.

Vorteile

  • kein Schlüsselverlust möglich
  • kein Diebstahl des Schlüssels möglich
  • keine illegalen Schlüsselkopien möglich (Denken Sie an 3D-Drucker!)
  • bei mechanischen ZKS haben Sie volle Kontrolle über die Technik. Es sind keine geheimen Schwachstellen möglich.
  • geringer Aufpreis beim Tresorkauf für mechanisches ZKS
  • Codes beliebig oft änderbar
  • im Einbruchsfall durchsuchen die Täter eventuell nicht die komplette Wohnung

Besonderheiten des elektronischen ZKS (ELO)

  • mehr als ein Code möglich (z.B. Einmalcodes für Mitarbeiter)
  • zeitsparenderes Öffnen
  • Anschluss an Einbruchmeldeanlage mit Überfallcode möglich
  • Revision nur optional. Revision bedeutet, dass das Schloss im Falle eines Defekts oder bei Codeverlust mit einem Schlüssel geschlossen werden kann.

Nachteile

  • Bei Weitergabe des Codes haben Sie keine Kontrolle, wer den Schrank später öffnet. In diesem Fall sollten Sie zur ELO mit Einmalcodes greifen!
  • bei mechanischen ZKS müssen Sie den Code relativ aufwändig einstellen.
  • Nachteil bei Elektronikschlössern ist, dass Sie keine Kontrolle über eventuell vorhandene Mastercodes der Hersteller haben. Darüber hinaus wissen Sie nicht, ob es andere Schwachstellen in der Software gibt.
  • bei einer mechanischen Revision mit Schlüssel können konstruktive Mängel auftreten (so beim Kaba Mauer Code Kombi B).
  • bei mechanischer Revision muss der Schlüssel ebenfalls sicher verwahrt werden, was auch die Täter wissen.

 

elektronisches Tresorschloss mit Zahlenkombination
elektronisches Tastenschloss, Quelle: jdhrhh/shutterstock.com
mechanisches Tresorschloss mit Zahlenkombination
Mechanische Zahlenkombination, Quelle: Vatchara Katpakong/shutterstock.com

Schlüsselschlösser

Schlüsselschlösser sind die günstigste und robusteste Variante des Tresorverschlusses. Das Öffnen geschieht blitzschnell und das Schloss ist langlebig. Der Schlüssel vermittelt Wertigkeit. Probleme gibt es nur bei sehr billigen Schlössern, deren Teile größtenteils aus Druckguss bestehen.

 

Tresorschloss mit Schlüssel
Schlüsselschloss, Quelle: Victority/shutterstock.com

Vorteile:

  • Schnelle Öffnung des Tresors im Vergleich zu einem mechanischen ZKS
  • Kein Merken nötig (Viele Menschen schreiben sich auch die PIN auf)
  • Mit Einhakreiden oder Klappschlüsseln keine Transportprobleme

Nachteile:

  • Der Tresorschlüssel könnte potentielle Täter erst anlocken.
  • Schlüssel sperrig (außer bei Einhaksystemen)
  • Der Schlüssel kann verloren gehen.
  • Im gewerblichen Bereich sind meist viele Schlüssel im Umlauf
  • Die Schließung („das Öffnungsgeheimnis“) lässt sich nicht ohne Weiteres ändern.
  • Im Falle eines Einbruchs wird oftmals die komplette Wohnung verwüstet.

Fingerprint

Eine besondere Form des materiellen Verschlusses ist ein Tresorschloss mit biometrischen Funktionen. Am bekanntesten sind Schlösser mit Fingerabdrucksensor. Diese Art von Schloss gibt es auch mit mechanischer Revision. Solch ein Schloss kann eine Alternative zum ELO sein, ist jedoch relativ teuer. Durch die mechanische Revision ist das Schloss nur so sicher, wie das Versteck des Schlüssels.

Preise

Die Preise für das passende Tresorschloss staffeln sich je nach Art und Qualität des Schlosses. Die folgende Liste zeigt die einzelnen Verschlussarten in aufsteigender Preisintensität.

  • Schlüsselschloss inklusive
  • mechanisches Zahlenschloss
  • elektronisches Codeschloss ohne Revision
  • Doppelverschluss (ZKS und Schlüssel)
  • elektronisches Codeschloss mit Revision und/oder Redundanz
  • Fingerprint mit Revision über extra Schlüssel

Meinung Tresorberater.de

Elektronische Schlösser setzen wir immer dann ein, wenn es z.B. im gewerblichen Bereich nicht anders geht. Manche Kunden brauchen solch ein Schloss ausdrücklich, da Sie den Komfort wünschen. Die hohe Flexibilität bei häufig wechselnden Schließberechtigungen in einem Unternehmen spricht ebenfalls zwingend für ein elektronisches Zahlenschloss. Wenn gewünscht sollten nur die hochwertigsten Schlösser eingesetzt werden. Durch ein Zahlenschloss bleibt die Wohnung meistens unverwüstet.

Ich persönlich bevorzuge die mechanische Zahlenkombination. Ich möchte keine Softwareschwachstellen, die ich ohne reverse engineering nicht sehen kann. Im Fall eines Einbruchs wird die Wohnung deshalb hoffentlich nicht verwüstet. Bei größeren Werten berate ich so, dass ein hochwertiges Schlüsselschloss zusammen mit einem ZKS eingesetzt wird. Das ZKS für den Alltag und das Schlüsselschloss zusätzlich bei längeren Abwesenheiten als Sicherheitsplus.

Fingerprint kann sinnvoll sein, wenn bspw. Waffen in häuslicher Gemeinschaft aufbewahrt werden. Wer möchte schon, dass die eigenen Kinder mit dem gefunden Tresorschlüssel oder dem abgeschauten Code einen Waffenschrank öffnen? Aber auch hier gilt: Das Schloss ist nur so sicher, wie das Versteck des Revisionsschlüssels.

mechanische Tresorschlösser
Ideal: Tresor mit doppeltem Tresorschloss und hochwertigen Beschlägen

Links zum Thema

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Normen EN 1143 und EN 1300

Sicherheitsproblem bei La Gard ELO


 

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