Tresore aus Gotha und der DDR

Tresore aus der DDR boten eine hinreichende Vielfalt. Es gab leichte und mittelschwere Bauarten für verschiedene Anwendungsfälle von Büro bis Wertschutz. Hersteller der DDR Tresore war zumeist der VEB Gothaer Metallwarenfabrik (GMF), wobei gegen 1990 neben „GMF“ auch der Markenname FORON für Tresore verwendet wurde. Es gab hauptsächlich drei Baureihen (L,M und MST).

Tresor Typ L „Leicht“

Beim Tresor Typ L handelt es sich um einen zweiwandigen Tresor ohne Betonfüllung mit leichtem Isolierstoff, weshalb die Sicherheit gegen Aufbruch vermutlich ähnlich Klasse B nach VDMA liegt. Der Isolierstoff ist krebserregend (Glaswolle und Asbest). Es sind drei Typen bekannt:

Maße

TypMaße HxBxT mmELNTürenGewicht kg
LA800 x 610 x 540139611711200
LB1 ??1610 x 610 x 540139611711200
LB1900 x 610 x 54013961400
1300
LC1900 x 1200 x 54013961413
13961171
2400
Unterschrank800 x 620 x 540??1ca. 20

In dem Tresor ist ein Schloss Typ L verbaut und es ist eine weitere Variante bekannt, bei der ein Verschluss wie bei Tresor MB für einen Schrank Typ LB verwandt wurde. Die Türen sind an innenliegenden Bändern (Drehstab) aufgehängt. Zu den Ausstattungsvarianten gehörten ein Unterschrank für Tresor LA, ein Türöffnungskontakt, ein Innentresor mit PHZ, Fachböden, Siegeltöpfe und ein Doppelverschluss. Für den Innentresor konnte es ebenfalls ein Doppelbartschloss geben.

Seriennummer

Die Seriennummer wurde oft in Teilen auf dem Schlüssel oder der Rosette vermerkt und setzte sich aus folgenden Teilen zusammen:

FormatLx yy zzz
LBaureihe
xTyp (A/B/C)
yyHerstellungsjahr 19xx
zzfortlaufende Nummer
BeispielLB84031
Tresor LC geschlossen
Tresor LC geschlossen, Dank www.office-4-sale.de
Tresor LC geöffnet
Tresor LC geöffnet Dank www.office-4-sale.de

Riegelwerk

Das Riegelwerk ist grob gearbeitet und wurde vermutlich mit Schraubmontage von innen auf der Türfront befestigt. Das Picken wird leider durch den schwach verzahnten Tourstift erleichtert.

Riegelwerk DDR Tresor mit Griff
Riegelwerk L mit Griff
Riegelwerk L Rückseite
Riegelwerk L Rückseite
Schloss im Riegelwerk (Schlüsselloch verdeckt)
Schloss im Riegelwerk (Schlüsselloch verdeckt)
schwach verzahnter Tourstift
schwach verzahnter Tourstift

Tresor Typ M „Mittel“

Bei den Tresoren Typ M handelt es sich um eine mittelschwere Bauart mit massiven Wandungen, weshalb die Sicherheit gegen Aufbruch vermutlich ähnlich VdS II liegt. Die Schränke haben einen Feuerfalz. Vermutlich gibt es nur zwei Typen:

Maße

TypMaße HxBxT mmELNTürenGewicht kg
MA720 x 800 x 720
Innen: 475 x 550 x 480
13961400
13961421
1380/400
MB1900 x 920 x 720
Griff 50mm vorstehend
139614221655/660
MC ????
Unterschrank ??

Für diesen Tresor wurde ein Schloss Typ M verbaut, bei dem der Schlüssel vertikal eingeführt wird. Demgegegenüber ist eine weitere Variante bekannt, bei der vermutlich ein Schloss Typ L verbaut wurde. Somit wurden zum Teil runde und zum Teil eckige Rosetten verwendet. Die Türen sind mit aufliegenden Bändern befestigt, deren Achsen vermutlich justierbar sind. Die Seriennummer ist ähnlich Typ L aufgebaut. Zu den Austattungsvarianten gehörten Unterschrank, Innentresor mit PHZ, Fachböden und ein Doppelverschluss.

Tresor MA
Tresor MA
Tresor MA
MA geschlossen
Tresore aus der DDR - hier Typ MB mit Doppelverschluss geschlossen
Tresor MB mit Doppelverschluss.

Riegelwerk

Der Aufbau des Riegelwerkes ist vermutlich aufwändiger als beim Tresor Typ L, dennoch ist uns der genaue Aufbau noch nicht bekannt.

Typ MST / B1

Gegen Ende der DDR wurde nochmals ein leichterer Tresor entwickelt. Das Schloss hat nun nur noch zehn Zuhaltungen, die Wandstärken sind geringer und der Tresor macht insgesamt einen leichteren Eindruck. Der Tresor wurde mit dem Markennamen „FORON“ verkauft. Die Sicherheit ist vermutlich ähnlich „B nach VDMA“. Der Tresor war mit einem Innenfach erhältlich.

MST Typenschild "FORON" 1990
Tresor MST Typenschild „FORON“ 1990
Tresor MST geöffnet

 

TypMaße HxBxT mmELNTürenGewicht kg
A1600 x 640 x 4501396111180
B1 (mit Innentresor)1600 x 640 x 4501396111211

Geldautomatentresor für DDR Geldautomat

Dieser Tresor in einwandiger Ausführung ist ohne Betonfüllung. Demzufolge dürfte die Sicherheit gegen Aufbruch sicherlich bei UL15 oder GE1 einzuordnen sein. Vermutlich gibt es nur diesen einen Typ. Zu den Maßen konnten wir keine Angaben finden, wohingegen die Masse laut Typenschild 650kg beträgt. Der Hersteller war NAGEMA in Radebeul und es ist ein Schlüsselschloss sowie ein Zahlenschloss verbaut. Das Schlüsselschloss ist eine abgewandelte Form des Schlosses Typ L und als Zahlenschloss wurde ein eigens für diesen Zweck entwickeltes Schloss von BAB aus Babelsberg eingesetzt. Am Tresor für den DDR Geldautomat ist ein Körperschallmelder und innen ein Riegelöffnungskontakt sowie die Geldausgabeeinheit installiert.

Typenschild DDR Geldautomatentresor
Typenschild Geldautomatentresor
DDR Geldautomat
Geldautomatentresor – Dank an robotrontechnik.de

Im Blog von Oliver Diederichsen haben wir die einzige ausführliche Dokumentation zu diesem Tresor gefunden. Die verlinken wir hier mit einem Screenshot.

Geldautomatentresor geöffnet
Geldautomatentresor geöffnet, blog.tresoroeffnung.de

Links zum Thema

Link zum Blog Tresoröffnung

Link zum Geldautomatentresor

Geldautomat auf robotrontechnik.de

Tresorschlösser zu diesen Tresoren

ELN auf wikipedia

Bildquelle für LC und MA: http://www.office-4-sale.de


 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Back to Top