Verschleiß bei Schließzylindern

Herkömmliche Schließzylinder mit fünf oder sechs Zuhaltungsstiften sind noch immer eine sinnvolle Alternative zu Elektronikzylindern und bieten einen guten Schutz bei moderatem Preis. Bei solchen Schließzylindern mit Flachschlüsseln kommt es im Laufe der Zeit zu Verschleiß. Verschleiß ist der Materialverlust auf Oberflächen infolge mechanischer Einwirkung. In einem Schließzylinder wirkt der Schlüssel auf den Zylinderkern und die Kernstifte. Die Schließnase wirkt auf den Riegel und die Gegenzuhaltung im Einsteckschloss. Dieser Artikel betrifft Schließsysteme mit Zackescnhlüssel.

Verschleiß an der Schließnase

Die Schließnase des Schließzylinders betätigt den Riegel und den Wechsel im Einsteckschloss. Die Schließnasen werden zumeist aus Sinterstahl, seltener aus Neusilber hergestellt. Durch die Riegelbetätigung kann es zu Einschnitten auf der Schließnase kommen. Ausfälle sind hier jedoch selten und lassen sich mit etwas Fett auf der Schließnase vollständig beseitigen.

Verschleiß im Zylinderkern

Schließzylinder werden zumeist aus Messing hergestellt. Dies ist ein eher weiches Material. Im Zylinderkern weitet sich das Profil durch die mechanische Beanspruchung. Gerade bei feinen Profilierungen, wie Sie bei Hauptschlüsselanlagen häufig genutzt werden, nutzen sich die Profilmerkmale regelmäßig ab. Dadurch kann es zu sogenannten Überschließungen kommen, wobei ein nicht berechtigter Schlüssel in den Zylinder eingeführt werden kann. Daneben kann es zur Abnutzung der Kernstifte kommen. Beides, also abgenutzte (verkürzte) Kernstifte und ein abgenutzter Schlüssel, führen zwangsläufig zu einem „hakeligen“ Schließgefühl bis hin zum Ausfall des Zylinders. Bei Hauptschlüsselanlagen kann es durch den Verschleiß zu einem „Mitnehmen“ der Schließanlagenplättchen kommen. Danach ist der Zylinder in der Regel unbrauchbar.

Abhilfe

  • Schlüssel können aus abriebfesten Materialien sein, z.B. Neusilber
  • Schließzylinderkerne können ebenfalls aus Neusilber gearbeitet werden.
  • Staubschutzkappen einsetzen. Feiner Staub und Schmutz können den Abrieb begünstigen
  • Nutzen Sie die vom Hersteller empfohlenen Schmiermittel
  • Es können Stahlelemente eingebracht werden, die den Verschleiß als „Opferelement“ abfangen. (Bspw. Firma CES mit System DU und BS3)
  • Die Kernstifte können aus anderen Materialien als Messing sein, z.B. Stahl oder Bronze
  • Die Einschnitte im Schlüssel können eine flachere Flanke bilden. Die Firma IKON (zum Assa-Abloy-Konzern gehörend) hat traditionell einen Einschnittwinkel von 110° statt 90° gewählt.
Verschleiß bei einem Schließzylinder
verschlissener Schließzylinderkern
verschlissener Schließzylinder EVVA GPI
verschlissener EVVA GPI (unbrauchbar)

Fazit

Achten Sie darauf, dass der Schließzylinder bei der Montage mit etwas Fett auf der Schließnase versehen wird. Beim Kauf des Zylinders sollten Sie auf robuste Neusilberschlüssel achten. Im Privatbereich sollten Sie damit auf lange Sicht verschleißfrei bleiben. Für extreme Anwendunsgfälle ist ein Drehscheibensystem (bspw. Abloy Protec) die richtige Wahl.


Links zum Thema

Schließzylinder EVVA GPI zerlegt

Firma CES Schließsystem DU


 

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